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Ein besonderer kontrastreicher Samstag

Autor: JohannesFriedri | Datum: 12 Oktober 2013, 22:07 | 2026 Kommentare

Nach ein paar wenigen Stunden Schlaf muss ich mal wieder früh aufstehen. Früh ist dieses mal um 4.30Uhr. Um 5Uhr gehe ich mit meiner Gastmutter zu einer Beerdigung. Kein Grund zur Beunruhigung...
hier ist es so, dass wenn jemand aus der Gemeinde stirbt, auch die ganze Gemeinde und mehr zur Beerdigung kommen. Dementsprechend ist der Hof vor dem Haus der Verstorbenen voll mit Menschen. So wie schon in den Tagen davor. Hier gibt es nämlich die sogenannten "Funeral Prayers", die in der Woche vor der eigentlichen Beerdigung stattfinden. Außerdem gibt es einen Tag vor der Beerdigung noch einen Gottesdienst.
 
Um 6Uhr geht es los. Es wird ähnlich wie in Deutschland gesungen, gebetet, etwas über die Verstorbene erzählt und "letzte Worte" der Angehörigen ausgesprochen. Danach fährt man gemeinsam zum Friedhof, der Sarg wird unter viel Gesang ins Grab gelassen und sofort zugeschaufelt. Das Grab schließlich mit Blumen geschmückt. Ihr seht: Nicht viel anders als in Deutschland. Es dauert nur um einiges länger. Danach wird wieder zurück am Haus der Verstorbenen gegessen. Die Hunderten von Gästen bekommen Samp (Ich weiß selber nicht so genau was es ist. Ist auf jeden Fall weiß und schmeckt nach nicht allzu viel). Dazu gibt es Kohl und natürlich Fleisch. Es wurde extra eine Kuh geschlachtet. Um 10Uhr ist alles vorbei.
Man lässt sich hier die Beerdigungen viel kosten... Zeit und Geld.

Jetzt aber was Spaßiges. Es ist krasses Kontrastprogramm angesagt. Family Fun Day der Evangelical Lutheran Church of Botswana in Ramotswa. Naja, als wir (die Jugend der Gemeinde) ankommen, sind zwar keine Families da und auch keine wirklich spaßigen Aktionen. Dafür darf ich aber eine für mich und viele andere sehr interessante Erfahrung machen. Das Ganze findet auf dem Schulgelände einer Schule für stumme und gehörlose Kinder statt. Dementsprechend sind auch alle Kinder und Jugendlichen dieser Schule anwesend. Aus dem ziemlich unorganisierten Family Fun Day wurde also ein Zusammensein von jungen Erwachsenen aus umliegenden Gemeinden und den taub-stummen Schülern.
 
Und der Weiße ist natürlich für die Kinder besonders Interessant.. Also finde ich mich erstmal vor einem dutzend Kinder wieder, die mir versuchen auf Zeichensprache irgendetwas klar zu machen oder mich etwas zu fragen. Ich sitze also erstmal nur da, versuche mit den Schultern zu zucken, meine Hände zu heben oder mit meinem Mund die Worte "I dont understand" zu formen. Bis ein Junge dazu kommt und den anderen mit einem "an-den-Kopf-tippen" etwas deutlich macht. Ich glaube es hat so viel bedeutet, wie: "Der ist dumm, hört auf eure Zeit zu verschwenden, der versteht euch nicht!". Wie dem auch sei, kommt dann einer auf die Idee, die Fragen in den Sand zu schreiben. Sowas wie "Name?", "From?", "Age?".

Ich will natürlich auch was lernen, und meine ersten Worte auf Zeichensprache sind "How are you?", "I am fine." und "You are stupid.". Danach grüße ich jedes Kind, was mir über den Weg läuft mit "How are you?", bekomme jedes Mal eine freundliche Antwort und bin total glücklich, wenn das Kind mich anstrahlt, weil ich Zeichensprache "kann".  Ich freue mich außerdem selber wie ein kleines Kind, wenn ich zu Freunden "You are stupid!" sage, sie es nicht verstehen und sich die Kinder dabei halb kaputtlachen.

Wenn sie sich nicht gerade, wie alle anderen Kinder auch, die Köpfe einschlagen, sind sie ganz wunderbare Menschen.

Zurück am Busrank in Gaborone sehen wir plötzlich ein paar Gleichaltrige, sich auf Zeichensprache unterhaltend. Ich packe natürlich direkt meine Kenntnisse  aus und sage "How are you?". Anscheinend "spreche" ich schon so akzentfrei, dass sie direkt ein Gespräch anfangen wollen. Da muss ich leider abwinken. Trotzdem scheinen sie glücklich darüber zu sein, einen auf Zeichensprache "How are you?" sagenden Weißen in Gabs zu treffen. Gibt es wahrscheinlich auch nicht alle Tage...

Ich bin auf jeden Fall ganz begeistert von dieser besonderen Erfahrung.

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