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Ein weiterer kleiner Einblick... !

Autor: JohannesFriedri | Datum: 10 Dezember 2013, 17:31 | 979 Kommentare

Viva, Tata Madiba, Viva… Die Trauerfeier für Nelson Mandela, live übertragen im Botswanischen Fernsehen, ist gerade vorbei. Da dachte ich mir: Jetzt ist es mal wieder Zeit für einen Blogeintrag.

Es ist immer noch andauernd irgendwas los und ich erlebe immer noch unglaublich viele Dinge. Unmöglich alles aufzuzählen. Einen kleinen Einblick in mein Leben hier möchte ich euch aber mal wieder geben.

 

Siiiilent Niiight, Hooooly Niiight….

Im Moment sind Schulferien. Das heißt, auch das Kgothatso ist geschlossen – zumindest für die Kleinen. Ich übe mit den älteren Kids im Moment täglich Weihnachtslieder ein, um sie am 3. und 4. Advent in zwei verschiedenen Kirchen vorzuführen. In den letzten zwei Tagen sind die Proben aber im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Der lang ersehnte Regen ist da. Und wenn es regnet geht niemand vor die Tür außer mir, um dann vergeblich auf die Kinder zu warten. Schweinekalt ist es auch… sicher so 20°C ;-)

 

Graduation Party

Bevor die Ferien im Kgothatso begonnen haben, gab es allerdings noch etwas zu feiern. Graduation Party war angesagt, bevor die großen Kleinen ab Januar in die 1. Klasse gehen.

 Alles läuft wunderbar. Es werden Lieder vorgesungen, getanzt, Englische Sätze aufgesagt, Theater gespielt, Keyboard vorgespielt und die ersten Computer-Kenntnisse präsentiert. Danach wird natürlich wie auf allen Festen gegessen, gegessen und gegessen. In ihren Graduation-Outfits wirken manche ganz und gar nicht wie 6 Jahre… Jetzt gehören sie halt schon zu den Großen.

 

Arbeit mal woanders

Bevor wir dann mit dem Proben der Weihnachtslieder begonnen haben, gab es da noch zwei Tage, an denen ich die Möglichkeit hatte, mir eine andere Einrichtung der ELCB (Evangelical Lutheran Church of Botswana) in Gaborone anzuschauen (und mitzuarbeiten). Dort wird AIDS- und Tuberkulose-Kranken die Möglichkeit gegeben, zusammen zu kommen, sich zu unterhalten, Frühstück und eine warme Mahlzeit zu bekommen und verschiedene Aktivitäten (Weben, Wände anmalen, Spielen…) zu machen. Montags, an meinem ersten Tag, kommen keine „Klienten“. Da wird nur geputzt. Als ich ankomme wird mir von den Damen im Hause gesagt, dass sie es nicht gewöhnt sind, einen Mann putzen zu sehen. Etwas verblüfft werde ich wieder nach Hause geschickt. Das entspricht nämlich gar nicht der Rollenverteilung von Mann und Frau, die ich hier bis jetzt kennengelernt habe. Im Haushalt hilft hier in meiner Gastfamilie jeder gleichermaßen. Mein Gastbruder und ich kochen oft, spülen das Geschirr ab und  waschen unsere Wäsche selber. Was halt so ansteht. Ebenso im Kgothatso. Da wird das Tischeabwischen und Geschirrspülen auch gerne den Jungs überlassen. In der Kirchenjugend haben doch meistens die Mädels das Sagen (vielleicht auch weil die Jungs vieles nicht allzu ernst nehmen…). Und unser Pfarrer ist eine Pfarrerin. Von daher ist die Rollenverteilung eigentlich ähnlich, wie ich sie aus Deutschland kenne.

Am zweiten Tag gibt es dann aber was zu tun. Am Morgen werden die „Klienten“ von zu Hause abgeholt. Da bin ich dabei, wobei ich eine für mich sehr  interessante kleine Stadtrundfahrt erleben kann. Während ich mit dem Fahrer zu den Häusern der 12 Frauen in allen Altersstufen fahre, bestätigt sich das, was ich schon in meinem Rundbrief angedeutet habe: Die Lücke zwischen arm und reich ist ganz schön groß. Hinter den Supermärkten und den hohen Bürogebäuden, die normalerweise von der Straße aus zu sehen sind, verstecken sich „Siedlungen“ mit sehr renovierungsbedürftigen kleinen Häusern. Die Familien dort leben offensichtlich in ziemlich ärmlichen Verhältnissen. Von dort holen wir die Frauen ab.

“A Nation should not be judged by how it treats its highest citizens, but it's lowest ones”

("Eine Nation sollte nicht danach beurteilt werden wie sie ihre höchsten Bürger behandelt, sondern ihre niedrigsten.")

– Nelson Mandela

Zurück im Haus der Einrichtung wird dann erst mal gefrühstückt. Und bis zum Mittagessen „Mensch-Ärger-Dich-Nicht“ und „Uno“ gezockt. Überarbeitet habe ich mich an diesem Vormittag also nicht. Stressig war es trotzdem, weil ich erstens immer kurz vorm Häuschen rausgeschmissen wurde und zweitens die Damen „Uno“ in einem unheimlichen Tempo spielen, sodass es gar nicht so leicht ist da hinterherzukommen. Nach dem Mittagessen wurde gebetet und über einige Bibelstellen diskutiert. Schließlich gings wieder ab nach Hause.

 

Youth Camp und ein Fußballspiel

Letztes Wochenende gab es dann noch ein Youth Camp, zu dem schätzungsweise etwa 70-80 Jugendliche aus Gabane und den verschiedenen Nachbargemeinden zusammengekommen sind. Nachbargemeinde heißt, dass die Dörfer durchaus mehr als 1 Stunde Fahrzeit entfernt sein können. In solch einem Dorf (Mogobane) fand auch das diesjährige Youth Camp statt.

Sehr schön gelegen vor einem der höheren Hügel der Umgebung, übernachten wir in der Grundschule. Neben Bibelquiz und Talentshow wird viel gesungen und getanzt. Am Samstag ist „Youth Climate Action Day“, an dem auch gleichzeitig viel Jugendlichen in vielen anderen Ländern der Welt teilgenommen haben. Es wurde viel diskutiert und schließlich auch 9 kleine Bäume auf dem Gelände der Kirche gepflanzt. Als wir fertig sind, denke ich mir, jetzt brauchen wir ein Wunder, dass die Bäumchen in dem trockenen Boden überleben… die letzten paar Tage hat es gegossen und gegossen.

Ein Highlight für mich war außerdem ein Fußballspiel der örtlichen Dorfmannschaften. Die eine Mannschaft wurde durch einige Teilnehmer des Youth Camps ergänzt. Unter anderem durch mich. Meine Fähigkeiten im Fußball beschränken sich normalerweise größtenteils auf Rennen und Rennen. In der etwa 15. Minute ist mir dann aufgefallen, dass ich nach 3 Monaten ohne viel Sport, die Sache etwas übermotiviert angegangen habe. Und gegenüber allen anderen auch im Rennen im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich blass aussehe. Ich halte mich dann eher damit auf, die wunderschöne Kulisse zu genießen. Wie die Felsen des nahegelegenen Hügels durch den Sonnenuntergang rot leuchten. Und im Staub des trockenen Bodens um den Ball gekämpft wird. Wie im Bilderbuch. Das Spiel wird von beiden Mannschaften aber ernster genommen als ich dachte, so bin ich froh, dass ich keinen größeren Fehler mache. Und sogar eine der wenigen Chancen unserer Mannschaft einleiten kann. Wir verlieren 1:7.

Ich wünsche euch allen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit !

 

(BILDER SOLLEN NOCH FOLGEN!)

 

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