VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Anna  |  Carina  |  Clara  |  Debbie  |  Eunike  |  Fabian  |  Finn  |  Geeske  |  Helen  |  Johannes B  |

Johannes F  |  Jonas  |  JB  |  Julia  |  Luisa  |  Malte  |  Melle  |  Monique  |  Salome  |  Sara  |  Svenja  |

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Eine Reise zum Geburtstag

Autor: JohannesFriedri | Datum: 18 Januar 2014, 10:15 | 1545 Kommentare

Der Rucksack ist vollgepackt. Wechselklamotten, ein zweites paar Schuhe, eine Regenjacke (die sich noch als sehr sinnvoll herausstellen sollte), ein Schlafsack und mehr… In der Hand ein Zwei-Personen-Zelt, was später in ein Drei-Personen-Zelt umfunktioniert wurde. Der Grund dafür ist, dass ich nicht alleine in den Norden Botswanas aufbreche, sondern mit zwei anderen deutschen Freiwilligen aus Botswana.

Nach stundenlanger Busfahrt und der Feststellung, dass mein großer Reiserucksack in einem Kleinbus nirgends Platz findet außer auf meinem Schoß, und der wiederum daraus folgenden Feststellung wie sich 4 Stunden in einer Legebatterie anfühlen müssen, kommen wir an unserem ersten Ziel an. Der Nata Lodge.

Für uns Freiwillige steht auf Grund unseres begrenzten Budgets aber nur ein kleiner Zeltplatz bereit und keine Lodge. Dafür haben wir zwei Security-Männer, die ich mit großem Schrecken beide am ersten Morgen auf den Waschbecken der Toilette schlafend vorfinde.

An besagtem Morgen geht es dann ab in die nahegelegenen Makgadikgadi Pans. Unendlich weite Salzpfannen, die im Moment mit Wasser gefüllt sind und ein Paradies für die verschiedensten Vögel sind. Die erhofften Flamingos und Pelikane bleiben jedoch leider aus. Zurück an der Lodge angekommen, führt uns ein kleiner Spaziergang durch die faszinierende Vegetation. Und der Pool muss bei 30°C Ende Dezember dann schließlich auch noch ausprobiert werden.

An Sylvester bringt uns eine weitere lange Busfahrt im Regen nach Maun. Schon vor Maun begrüßt den Bus ein Elefant, der wohl gerade die Straße überquert haben muss. Ich sehe den mächtigen Bullen nur für den Bruchteil einer Sekunde. Trotzdem ein faszinierender Moment. Weitere Elefanten und Giraffen in der Nähe der Straße lassen nicht lange auf sich warten. Bei jedem weiteren stubsen sich die einzigen drei Weißen im Bus an und sagen: Schau daaa!. Und zeigen hektisch aus dem Fenster... Für alle anderen scheint das nichts Besonderes zu sein.

Wir wollen im Backpackers nahe Maun ins neue Jahr rutschen. Wie sich herausstellt ein wunderbarer Ort um dies zu tun. Die Lage am Fluss nahe einer alten Brücke, die „Strandbar“, die grünbewachsenen Freiluftduschen umgeben von Bambusstäben, die tollen Menschen von der ganzen Welt… es passt einfach alles. Irgendwann schlägt es dann Zwölf, und wir starten mit Batswana, Australiern, Deutschen, Amerikanern, Chinesen, Südafrikanern und vielen mehr ins neue Jahr. Ein schönes (und internationales) Gefühl. Müde fallen wir schließlich in unsere Betten. Ja, Betten. Wir haben uns entschieden bei dem vielen sich andeutenden Regen das Zelt zu meiden und im Dormitory zu schlafen.

Nach guttuendem Ausschlafen beginnt der nächste Tag erstmal gemütlich, und ich versuche einen kleinen Spaziergang zur alten Brücke zu unternehmen. Uns wurde am Morgen gesagt, dass wir mit etwas Glück ein Flusspferd sehen können. Ich werde bei meinem Vorhaben schnell völlig durchnässt vom Regen wieder zurück geschickt. Später kann man es dann aber vom Backpackers aus sehen. Das riesige Hippo taucht unter der Brücke auf. Ich schnappe meine Kamera und renne schnell hin. Nur einige Meter von der Brücke taucht es immer wieder auf. Als die Menschengruppe größer wird und einige von der Brücke runtergehen, um noch näher an das Flusspferd ranzugehen ( und sich dabei der Meinung von Einheimischen in Lebensgefahr begeben), zeigt das Flusspferd, dass es sich bedroht fühlt. Atemberaubende Momente als es seinen Kopf aus dem Wasser streckt, seinen Kiefer aufsperrt und sein riesiges Maul zeigt.

Am Morgen des 2. Januar packen wir unsere Regensachen zusammen, unser Zelt, etwas zu Essen und einen Topf. Wieso ? Weil wir eine zweitägige Mokorotour machen. Mokoros sind Einbaumboote, mit denen wir von unserem Guide durch die schmalen Flüsse des Okavango-Deltas gefahren werden. Die zweistündige Fahrt auf dem Wasser vergeht schnell. Vorbei an Seerosen, hohem Gras, diversen Wasservögeln und den ersten Antilopen geht es zu unserem Zeltlager, was mitten in der Wildnis erstmal aufgeschlagen werden muss. Die Zelte werden aufgebaut, Feuer wird gemacht, ein Loch für die Buschtoilette gegraben und schonmal das Wasser zum Kochen aufgesetzt. Es gibt Fisch, den wir auf dem Hinweg frisch von zwei Fischern bekommen haben. Es ist ein tolles Gefühl zu erleben, auf wie wenig man eigentlich angewiesen ist und abgeschottet von jeglicher Zivilisation zu leben. Am Nachmittag wird das Feuer dann durch einen Regenschirm am Leben gehalten und wir flüchten in unsere Zelte. Januar ist Regenzeit, das bekommen wir zu spüren.

Am Abend steht dann unser erster Bushwalk an, für den sich dann sogar die Sonne kurz blicken lässt. Vorbei an Termitenhügeln und Fischadlern geht es durch das Grasland. Unser Guide zeigt uns die verschiedensten Pflanzen und Bäume, und erklärt uns deren Nutzen für Tier und Mensch. Jetzt weiß ich zum Beispiel welche Pflanze ich in der Wildnis als Zahnpasta benutzen kann. Auch wenn sich dabei mein kompletter Mund wohl rot färben würde. Uns werden die Big Five, die Small Five und die Ugly Five aufgezählt. Leider bekommen wir mit Gnus und Warzenschweinen nur Teile der Ugly Five zu sehen.

Gleich am nächsten Morgen brechen wir im Regen auf zu unserem zweiten Bushwalk. Zebras lassen nicht lange auf sich warten, Gnus folgen und Giraffen aus der Ferne auch. Leider verstecken sich die Big Five angesichts des Regens wohl im dichten Gestrüpp und unter Bäumen. Trotzdem könnte ich den ganzen Tag durch die einsame verlassene Landschaft streifen. Es ist wunderbar.

Etwas durchnässt und ohne Löwen- ,Elefanten- oder Giraffen-Fotos kommen wir dann an unserem Zeltplatz wieder an. Nach weiterem ausgiebigem Regen machen wir uns wieder auf die Rückfahrt. Zum ersten Mal seit langem friere ich und mir fällt auf, wie schrecklich es doch gerade in Deutschland sein muss ;-)

Nach einer warmen Dusche, einem netten Abend und nicht allzu langem Schlaf, geht es am nächsten Morgen zurück Richtung Süden. Erst nach Selebi-Phikwe, in einer Stadt, in der wir relativ vergeblich nach 22Uhr versuchen ein Bierchen zu finden, um um 0.00Uhr auf meinen Geburtstag anzustoßen.

Das Bierchen und selbstgegrilltes Fleisch sollten dann aber am 5.1. in der schönsten Bar Botswanas folgen. Und wo ist diese Bar? Natürlich in Good Old Gabane. Meiner zweiten Heimat, wie ich nach meiner Reise feststelle. Ich lasse meinen Geburtstag gemütlich ausklingen.

Ein wunderbares Geschenk habe ich mir mit der Reise selber gemacht!

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE

«Neuerer Eintrag | Älterer Eintrag»

 

 

Kommentare bei alten Blogs deaktiviert.